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200.000 Jobs im Cyberspace

Von Timo Lüge

Wer bei der Suche nach der neuen Stelle noch immer das Passfoto liebevoll oben rechts einklebt und wochenlang auf eine Antwort wartet, könnte bald zum alten Eisen gehören. Denn auch auf dem Arbeitsmarkt hat das Internet längst Einzug gehalten.

"In den USA werden bereits 50 Prozent aller High-Tech-Stellen über das Internet vergeben", erzählt Hubertus Dewitz, bei Siemens für die Nachwuchssicherung zuständig. Und auch in Deutschland steigt die Bedeutung des Datennetzes bei der Stellensuche; nicht nur für High-Tech-Jobs. Seit kurzem stellt zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeit ihre 200 000 Angebote online zur Verfügung. Der große Vorteil: Während man beim Arbeitsamt nur Stellen im Umkreis von 60 Kilometern genannt bekommt, enthält die Datenbank Angebote im ganzen Bundesgebiet. Die deutschen Surfer honorieren das mit 30.000 Zugriffen pro Tag.

Andere Jobvermittler stellen jede Stellenanzeige, die sie in der Zeitung schalten parallel auf ihre Homepage. So verirren sich auch Gesuche wie "Bankdirektor" und "Kfz-Meister" in den Datenbestand. Vor allem Großunternehmen nutzen die Web-Präsentation um neue Arbeitskräfte zu suchen, egal ob Hoechst, die Deutsche Bank oder BMW. Selbst Aldi sucht Filialleiter übers Netz.

Einer der Vorteil für den Arbeitssuchenden: "Online kann man viel umfassender über eine Stelle und das Unternehmen informieren, als in einer Annonce", sagt Rainer Schulze, Leiter des BMW-Personalmarketings. Die Bewerbung per E-Mail gehört in Deutschland allerdings nach wie vor zur Ausnahme. Anschreiben auf CD-ROM oder Diskette sind bei vielen Personalchefs sogar verpönt, da sie oft nicht über die nötige Hardware verfügen um die Bewerbung zu lesen und vor Viren Angst haben.

Darüber, dass der elektronische Postweg in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird, besteht bei den meisten aber kein Zweifel. Zumindest für die Vorauswahl, da sich Sachbearbeiter dann nicht mehr durch Papierberge wühlen müssen. "Viele Augen können die Unterlagen schneller sehen, wenn sie in einer Datenbank stehen. So bekommt der Bewerber schneller Bescheid" erläutert Dewitz den Nutzen für die Arbeitsuchenden. Außerdem beweise der Bewerber, dass er technisch auf der Höhe der Zeit ist. Manchen ist diese Schnelligkeit aber auch unheimlich. So erntete die Zahnradfabrik Friedrichshafen harsche Kritik, als sie einen Online-Bewerbungsbogen mit k.o.-Kriterien programmierte. Wer nicht ins Raster passte, erhielt die Absage schon nach Sekunden.

Hier gibt's Arbeit:

Arbeitsamt:
www.arbeitsamt.de

Private Arbeitsvermittler:
www.careernet.de
www.jobs.adverts.de
www.business-channel.de

Studentenjobs in München
www.alma-mater.de

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