Multimedia/Spiele/INT/
(ddp-Interview/Wortlaut)
-- Von ddp-Korrespondent Timo Lüge --=
München (ddp). Die Computer-Spiele aus der Reihe «You don't know Jack» (http://www.jack.de) gehören zu den erfolgreichsten Titeln aus deutscher Produktion. Zurzeit ist der dritte Teil im Handel. In der Landschaft der Computer-Spiele ist die verrückte Quizshow ein Außenseiter: Statt mit aufwendigen Grafiken wartet das Spiel nur mit Text auf. Und zu allem Überfluss beleidigt der virtuelle Game-Show-Leiter Jack die Spieler auch noch regelmäßig. Mit «Trivial Pursuit» hat das nichts zu tun. Gemeinsam haben alle Quiz-Fragen, dass sie Hochkultur und Allgemeinbildung mit Pop-Kultur verbinden. Etwa: «Welcher Teletubbie könnte eingedenk seiner Farbe in die FDP eintreten?» (Antwort: Laa Laa, denn sie ist gelb). Die Nachrichtenagentur ddp sprach mit Hans Schneck, einem der Autoren der Gags und verrückten Fragen.
ddp: Wenn man «You don't know Jack» spielt und die Quiz-Fragen liest, fragt man sich oft 'Waren die Autoren denn besoffen?'
Schneck: Ne, im Gegenteil (lacht). Man ist dabei hoch angespannt. Es ist tatsächlich sehr schwierig, so etwas zu machen. Allein, wenn man sich die zu bewältigende Text-Menge anschaut. Bei «You don't know Jack I» waren das über 1.100 Seiten.
ddp: Wie entstehen denn die Fragen?
Schneck: Es ist immer 'High Culture trifft Pop Culture'. Man nimmt Darth Vader und Goethe, setzt die an einen Kneipentresen und lässt die irgendwas miteinander machen. Du versuchst assoziativ zu denken und überlegst: «Was kann ich eigentlich fragen? Da hat man zum Beispiel mal etwas von der Krankheit »Beriberi« und der Insel »Bora Bora« gehört und denkt, das klingt doch ähnlich. Und so entsteht dann die Frage »Krankheit oder Südsee-Insel?«. Oder Du findest auf der Welt komische Koinzidenzen, wie zum Beispiel, dass sowohl Luke Skywalker als auch Götz von Berlichingen eine künstliche Hand haben, und stellst dann die Frage: »Was könnten die beiden in der Kneipe zueinander sagen? A, Du bist ja genauso besoffen wie ich, B, Du hast ja den gleichen Vater wie ich oder C, Du hast ja nur eine Hand wie ich?« Und wenn alles gut geht, hast Du in einer Minute eine kleine lustige Geschichte erzählt. Doch der Weg dahin ist blutig.
ddp: Hat es sie überrascht, dass die Spiele verhältnismäßig gut laufen?
Schneck: Überhaupt nicht. Natürlich steckt auch ein kleiner masochistischer Zug drin. Aber ich konnte mir schon immer vorstellen, dass es die Leute toll finden, wenn sie für blöd erklärt werden, weil sie etwas nicht wissen (lacht). Und ich persönlich finde es einfach Klasse, einen Typen schreiben zu dürfen, der alles darf und ein kleines Ekel, ein kleines Ungeheuer ist. Und ich denke, wir haben das sehr gut getroffen.
ddp: Zurzeit kann man »You don't know Jack" nur an einer Tastatur spielen. Wird es auch eine Online-Version geben?
Schneck: Ja, es ist eine Online-Version in der Mache. Und zwar sowohl als Multiplayer-Version über das Internet als auch über das Intranet. Wann das kommt, weiß ich aber noch nicht. Demnächst wird es außerdem auf jedem Fall eine Version für die Playstation geben.
