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Multimedia/Cebit/PDA/ANA/

Minicomputer - die Stars der Computermesse CeBIT=

-- Von Timo Lüge --

Hannover (ddp). Sie sind klein, voll im Trend: Zu den am meisten beachteten Geräten auf der Computermesse CeBIT gehören die so genannten PDAs (siehe Infokasten) - nur wenige Zentimeter große Taschencomputer. Vor einigen Jahren konnten die Mini-Computer, die auch Organizer genannt werden, nicht viel mehr leisten als ein Taschenrechner. Doch inzwischen verwandelten leistungsfähige Prozessoren und billiger Arbeitsspeicher sie in Alleskönner, die Adressdatenbank, Notizblock und E-Mailprogramm miteinander verbinden.

Marktführer Palm zeigte auf der Messe drei neue Geräte. Für die meisten Privatleute dürfte vor allem der Palm IIIe interessant sein, der im Handel rund 400 Mark kosten wird. Er fasst nach Herstellerangaben mit seinen zwei Megabyte (MB) Speicher rund 6.000 Adressen und kann Termine für fünf Jahre speichern. An den professionellen Anwender richtet sich der Palm Vx, der über 8 MB Speicher verfügt und 900 Mark kosten soll. Außerdem zeigte das Unternehmen den ersten Palm mit Farbdisplay. Das ist aber in erster Linie für Anwender interessant, die sich Fotos auf ihrem PDA ansehen wollen. Der Palm IIIc wird rund 1.100 Mark kosten.

Ein großer Vorteil der Palm-Reihe ist, dass es zahlreiche Anwender gibt, die diese Produkte benutzen. Dadurch ist es sehr leicht, über die Infrarotschnittstelle mit anderen Palm-Nutzern Daten auszutauschen. Laut Marktforschungsinstitut IDC hat Palm einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Ein Nachteil von Palm ist aber, dass diese Geräte nicht die Handschrift ihres Benutzers erlernen, sondern vom Nutzer verlangen, handschriftliche Notizen in einer speziellen Palm-Schrift zu schreiben. Die ist allerdings dem bekannten Alphabet sehr ähnlich.

Das Palm-Alphabet wird auch von Yopy verwendet, einem erstmals auf der CeBIT vorgestellten Organizer aus dem Hause Samsung. Das Besondere ist, dass er als erster PDA das Linux-Betriebssystem verwendet. Außerdem enthält das Gerät einen MP3-Spieler für Musikdateien aus dem Internet. Nach Herstellerangaben soll Yopy auch bis zu einer Stunde Sprache aufzeichnen können. Den Linux-Rechner soll es in Deutschland ab Juli für zirka 1.000 Mark geben.

Wer einen Taschen-PC nutzen, aber lieber auf einer Tastatur schreiben will, kann auf die PDAs von Psion zurückgreifen, die es ab 900 Mark gibt. Deutsche Umlaute sind auf den kleinen Keyboards jedoch leider nur über einen Umweg zugänglich. Neue Geräte stellte Psion auf der CeBIT nicht vor. Dafür präsentierte das Unternehmen zusammen mit Motorola, Ericsson, Nokia, Matsushita und Motorola eine Art erweitertes Betriebssystem, das die Internetsprache HTML unterstützen soll und angeblich auch für Mobiltelefone eingesetzt werden kann. Die ersten Produkte, die auf dem so genannten Quartz basieren, soll es im nächsten Jahr geben.

Die Nutzer von Windows CE werden vermutlich schneller in den Genuss des World Wide Web (WWW) auf ihrem PDA kommen, als die Palm- und Psion-Anwender. Denn Microsoft will noch in der ersten Jahreshälfte den Internet Explorer für Windows CE anbieten und zeigte auf der CeBIT bereits eine Demonstration. Unklar ist, ob der Internet-Explorer auch Java unterstützen wird. Damit wäre es dann möglich, Bankgeschäfte über den PDA zu erledigen. Windows CE wird zum Beispiel in den Aero-Modellen von Compaq (ab 800 Mark) und dem Cassiopeia von Casio (zirka 1.400 Mark) eingesetzt.

Bei Palm wird es nach Unternehmensangaben noch bis 2001 dauern, bis Internetseiten auf dem Palm so betrachtet werden können, wie man es vom Heim-PC gewohnt ist. Ganz auf das WWW verzichten müssen Palmnutzer allerdings auch schon jetzt nicht mehr. Wird ein Palm an ein spezielles Modem oder an ein Handy angeschlossen, können Internet-Seiten stark vereinfacht gezeigt werden. Allerdings funktioniert das nur bei relativ einfach gestalteten Seiten. Komplizierte Internet-Auftritte mit Rahmen oder Java-Script sind häufig unleserlich.

Ebenfalls erst nächstes Jahr wird es eventuell auch einen Palm mit integrierten Handy geben. Konkurrent Casio könnte hier schneller sein. Das Unternehmen zeigte gemeinsam mit Siemens bereits den Prototyp eines Cassiopeia mit eingebautem GSM-Handy.

til/mfr
290346 Feb 00

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