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Multimedia/Software/Test/

Die bessere Auskunft - Telefonbuch-CD-ROMs im Test

-- Von Timo Lüge --

München (ddp). Telefonbuch-CDs haben viele Vorteile: Sie sind deutlich billiger als häufige Anrufe bei der Auskunft und viel bequemer als Telefonbücher. Jedoch gibt es zwischen den verschiedenen Anbietern gravierende Qualitäts- und Preisunterschiede. Um einen Überblick zu bekommen, welche Telefonbücher eine echte Hilfe sind, und welche nur ärgern, testete die Nachrichtenagentur ddp die Herbstausgaben von fünf Telefonbuch-CDs.

Da alle Anbieter die offiziellen Daten der Deutschen Telekom verwenden, wurden die einzelnen Einträge nicht überprüft. Hier wurde stillschweigend angenommen, dass die Daten korrekt importiert wurden. Statt dessen konzentrierten sich die Tester auf die Suchfunktionen und die Benutzerführung der Produkte.

Wichtig war dabei unter anderem, dass auch nachgeordnete Namen gefunden werden können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Telefonbuch-Eintrag «Hans Schmidt u. Claudia Müller» lautet. Viele Programm finden dann nur den ersten Namen.

Ein weiteres Test-Kriterium waren Filterfunktionen, mit denen zum Beispiel Straßen nach bestimmten Branchen durchsucht werden können. Das ist nützlich, wenn man sich nicht mehr an den Namen eines Arztes oder Friseurs erinnern kann.

Neben diesen «harten» Testkriterien wurde außerdem berücksichtigt, ob es auch dem ungeübten Computer-Anwender leicht möglich ist, das Programm zu verstehen und zu bedienen. Sofern es zu Problemen bei der Installation kam, wurden erst die Internetseiten der Hersteller nach einer Lösung durchsucht. Wenn es immer noch Probleme gab, wurde das Programm auf einem weiteren Rechner nochmal installiert.

Übrigens: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr kann keines der Verzeichnisse einen Teilnehmer über die Rufnummer ermitteln - diese Funktion wurde aus Datenschutz-Gründen entfernt.

"Klicktel 99"
Hersteller: Klicktel
Preis: 30 Mark

Ein solides Programm, das kaum Wünsche offen lässt. Die Suchfunktion ist schnell und effizient, die Oberfläche intuitiv. Lediglich die Suche nach nachgeordneten Einträgen gestaltet sich etwas schwierig - es muss im Feld «Zusatz» und nicht im Feld «Namen» gesucht werden.

"D-Info 99"
Hersteller: Topware
Preis: 30 Mark
Dieses Programm scheint noch nicht ganz ausgereift zu sein. Vor allem bei der Installation tauchen - trotz Update - immer wieder Probleme auf. Zum Glück kann D-Info aber auch ohne Festplatteninstallation von der CD gestartet werden. Eine schöne Idee ist die integrierte Tarifauskunft, die individualisiert und über das Internet aktualisiert werden kann. Zufällig stießen wir bei D-Info aber auch auf einen echten Datenfehler: Ein Ort war mit der falschen Vorwahl verknüpft! Die Suche nach nachgestellten Einträgen ist zwar laut Hersteller möglich. Im Test funktionierte es allerdings nicht.

"Teleinfo 99"
Hersteller: Teleinfo
Preis: Ab 15 Mark
Aus dem Haus Teleinfo kommen gleich drei Produkte: «Teleinfo 99», «11880» und «Talk Show». Von der Funktionalität her sind alle ähnlich unkomfortabel. Sich durch Verzeichnisbäume mit Teilnehmern zu klicken, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Praktisch sind die mitgelieferten Stadtpläne in «Talk Show» und «11880», auf denen unter anderem Tankstellen, und Radarfallen eingezeichnet sind. Darüber hinaus bietet «Talk Show» etwas ganz besonderes: Videofahrten durch jede beliebige Straße zehn ausgewählter Städte. Das ist allerdings eher ein netter Gag, als eine sinnvolle Funktion.

"Powerinfo"
Hersteller: Gdata
Preis: 15 Mark
Telefonbuch-CD ohne irgendwelche Besonderheiten. Das Design ist sehr minimalistisch, eine Suche nach nachgeordneten Einträgen ist nicht möglich. Will der Nutzer alle Datenbestände nach einem Wort durchsuchen (Volltext-Suche), muss er sehr viel Geduld mitbringen. Bei Powerinfo ist diese Funktion deutlich langsamer als bei allen Konkurrenzprodukten.

"Das Telefonbuch"
Hersteller: DeTeMedien
Preis: 30 Mark
Die CD-ROM der Deutschen Telekom machte im Test die beste Figur. Alle Funktionen, die man sich wünscht, sind integriert und über eine intuitiv gestaltete Oberfläche problemlos erreichbar. Sinnvoll ist auch die mögliche Verknüpfung der Daten aus der CD mit gängigen Textverabeitungsprogrammen. Eher für Geschäftleute interessant ist der eingebaute Messe-Kalender. Schade nur, dass die darin enthaltenen Internet-Adressen nicht anklickbar sind. Überraschend innovativ: «Das Telefonbuch» ist als einziges Programm auch für Linux erhältlich.

Die Test-Kriterien:

  1. Aus verschiedenen gedruckten Telefonbüchern wurden Anschlüsse herausgesucht, bei denen ein zweiter Name eingetragen ist.
    Anschließend wurde versucht, diese Einträge auf der CD-ROM zu finden.
  2. Aus den gedruckten Gelben Seiten Münchens wurden eine Krankengymnastin und ein Arzt herausgesucht. Im Test wurde versucht, diese Teilnehmer lediglich mit Angabe der Berufes und der Straße zu finden.
  3. Eine Ausbildungsstätte wurde gesucht, bei der nur der Ort und ein Teil der vollen Bezeichnung eingegeben wurde.

til/mfr
010000 Dez 99

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