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-- Von Timo Lüge --
München (ddp). Jeder weiß es, doch kaum einer tut es: Wichtige Daten, die auf dem PC liegen, sollten regelmäßig gespeichert werden. Doch wenn die Festplatte eines Tages mit einem hässlichen Kreischen ihren Todesschrei von sich gibt, werden die meisten Nutzer bleich vor Schreck. Die Daten wieder herzustellen, kann dann sehr teuer werden: Zwischen 2.000 und 4.000 Mark veranschlagt Karl-Friedrich Flammersfeld, Deutschland-Geschäftführer des Datenrettungsspezialisten Ibas (http://www.ibas.de), im Durchschnitt für die Wiederherstellung einer Festplatte. Ein teurer Spaß, bedenkt man, dass es zahlreiche, günstige Methoden zur Datensicherung («Backup») gibt. Dabei gilt: Je größer der Datenträger ist, desto billiger ist im Verhältnis die Datensicherung.
Das kleine Backup für den Heimanwender
Das klassische Speichermedium ist die 3,5 Zoll-Diskette. Denn so ein Floppy-Laufwerk ist in jeden Computer eingebaut. Doch die 1,44 Megabyte, die auf so eine Diskette passen, genügen nur für wenige Seiten Text oder einige kleine Grafiken. Für eine umfangreiche Sicherung der wichtigen Daten reichen Disketten in der Regel nicht.
Eine sehr beliebte Speicherlösung mit ausreichend Platz für Heimanwender ist das Zip-System der Firma Iomega (http://www.iomega-europe.com). Auf beinahe jeden zehnten im vergangenen Jahr in Europa ausgelieferten Computer sei ein Zip-Laufwerk gekommen, sagte Iomegas Europa-Chef Victor Sanchez der Nachrichtenagentur ddp. Auf die Zip-Disketten passen, je nach Art des Zip-Laufwerks, bis zu 250 Megabyte (MB) - so viel wie auf 170 3,5 Zoll-Disketten. Der Nachteil ist, dass ein Zip-Laufwerk einen zusätzlichen Steckplatz des Computers belegt, da es keine Disketten lesen kann.
Dieses Manko haben die LS-Laufwerke der Firma Imation (http://www.imation.de) nicht. Wer sich ein neues System kauft, kann sich also das herkömmliche Disketten-Laufwerk sparen, da die LS-Laufwerke auch 3,5 Zoll-Disketten lesen können. Auf die LS-Disketten passen allerdings auch nur 120 Megabyte. Außerdem sind sie bei weitem nicht so verbreitet. Das ist bei der Datensicherung zwar egal, es ist aber ein Nachteil, wenn man häufig größere Datenmengen mit anderen Computer-Nutzern austauschen will.
Speicherlösungen für viel Platzbedarf
Wer seine gesamte Festplatte sichern will, fährt am billigsten mit einem Bandlaufwerk, das die Travan-Technologie benutzt (siehe Infokasten). Hier gibt es eine ganze Reihe von Herstellern auf dem Markt, wie zum Beispiel Hewlett Packard (http://www.hewlett-packard.de), deren Travan-Laufwerke von der Fachpresse sehr positiv bewertet werden. Einige Gigabyte fasst ein solches Laufwerk - mehr als die Festplatten vieler Heim-PCs. Der große Nachteil ist, dass die Datensicherung sehr lange dauert - je nach Länge des Bandes und Art des Laufwerkes einige Stunden. Wer seine Festplatte schnell sichern will und ebenso schnell an die Daten herankommen möchte, für den lohnt sich eventuell ein Jaz Drive von Iomega. Hierbei handelt es sich um eine Wechsel-Festplatte, die bis zu zwei Gigabyte fasst und nach Herstellerangaben schnell genug ist, um auf ihr Videos in Echtzeit zu bearbeiten. Deutlich günstiger sind wieder beschreibbare CDs (CD-RW). Deren Fassungsvermögen von 650 Megabyte reicht zwar oft nicht aus um eine ganze Festplatte zu sichern, aber die wichtigen Daten passen auf jedem Fall drauf.
Experten-Tipp: Backup per FTP oder E-Mail
Wer gerade an seiner Magister-Arbeit schreibt oder ähnlich wichtige Daten auf seinem Rechner hat, sollte immer vom schlimmsten Fall ausgehen. Das heißt: Die Daten sollten auch dann noch verfügbar sein, wenn das Haus abgebrannt ist.
Die meisten Internetanbieter sowie Universitäten bieten ihren Nutzern mittlerweile eine gewisse Menge Speicherplatz zur freien Verfügung an. Per Modem oder ISDN-Karte können Dateien auf deren Server übertragen werden. Um Platz zu sparen und die Telefonkosten niedrig zu halten, sollten die Dateien dazu möglichst mit dem Programm WinZip (http://www.winzip.com) komprimiert werden. Das genaue Verfahren zur Übermittlung der Dateien verrät die Kundenbetreuung des jeweiligen Internet-Anbieters.
Eine andere Möglichkeit ist, die Dateien per E-Mail an einen guten Freund oder eine gute Freundin zu schicken. Dabei sollte man aber bedenken, dass der Empfänger die Telefongebühren bezahlen muss, wenn er eine E-Mail erhält. Außerdem beschränken viele Internet-Anbieter die Größe der Dateien, die per E-Mail empfangen werden können; bis zu zwei Megabyte können jedoch meist übertragen werden.
Blick in die Zukunft
Magnetische Speicher wie Disketten oder Bandlaufwerke werden nach Meinung von Experten in Kürze an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Denn die Daten lassen sich auf den Medien kaum noch enger packen. Das Problem: Drängt man die Informationen zu dicht, können sie sich gegenseitig stören, so dass es zu Datenverlust oder einer Veränderung der Daten kommen kann. Die Industrie setzt deshalb auf optische Speichermedien. Eine Möglichkeit ist, DVDs für die Sicherung von Computer-Dateien zu verwenden. Doch DVD-Rekorder für den PC sind für Privatanwender zurzeit noch zu teuer. 10.000 Mark kostet zum Beispiel der DVR-S201 von Pioneer, der nach Unternehmensangaben erste DVD-Rekorder für PCs. Die Scheiben kosten 80 Mark pro Stück, können dafür aber 4,7 Gigabyte speichern. Noch mehr Daten sollen mit Hilfe der Holografie gesichert werden können. Bis zu einem Terabyte (= 1.000 Gigabyte) wollen Forscher auf Kunststoffwürfeln unterbringen. Sie sollen nicht größer sein, als ein Stück Würfelzucker. Doch bis zur Marktreife wird es noch mindestens zwei Jahre dauern, sagt George Purrio, der bei Imation an der Entwicklung holographischer Systeme beteiligt ist.
Mehr Informationen:
Hologramme als Alternative zur konventionellen Datenspeicherung:
http://odi.iap.physik.tu-darmstadt.de/speicher-bericht.html
