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-- Von Timo Lüge --
München (ddp). «Aus den Augen aus dem Sinn», denken sich viele Computernutzer, wenn sie Dateien per Mausklick in den Papierkorb befördern. Doch egal, ob Liebesbriefe an die Geliebte, E-Mails in denen die Firma schlecht gemacht wird, oder Berichte über illegale Parteispenden - was auf herkömmliche Art und Weise von Festplatten gelöscht wird, kann leicht wieder sichtbar gemacht werden. «Bei einem normalen Löschvorgang befinden sich alle Daten noch im Originalzustand auf der Festplatte» erklärt Kerstin Fechner vom norwegischen Datenrettungsspezialisten Ibas (http://www.datenrettung.de).
Ein Betriebssystem wie Windows macht im Normalfall folgendes: Statt die Daten zu radieren, wird der belegte Platz vom System lediglich als «frei» markiert. Die Dateien können überschrieben werden und werden in den Verzeichnissen nicht mehr angezeigt. Bei älteren Versionen von MS-DOS konnte man diese Dateien einfach durch Eingabe des Kommandos «undelete» wieder zugänglich machen. Für moderne Windows-Systeme gibt es Zusatzsoftware, die diese Aufgabe übernimmt, zum Beispiel «Recover4all» (zirka 100 Mark; http://www.recover4all.com).
Doch auch, wenn die Dateien bereits durch neue Daten überschrieben worden sind, können Profis sie wieder sichtbar machen. «Erst nach sieben mal Überschreiben gelten Daten als nicht wiederherstellbar», sagt Fechner. Eine solch gründliche Löschung wird zum Beispiel von dem kostenlosen Programm Pretty Good Privacy (PGP; http://www.pgpi.org) vorgenommen.
Bedenkt man, wie wertvoll Computerdaten für Unternehmen oder in der Politik sein können, scheinen die Preise der Datenrettungs-Spezialisten moderat: Zwischen 2.000 und 4.000 Mark werden für die Wiederherstellung der Daten berechnet, wenn eine Festplatte gering beschädigt ist oder Dateien gelöscht wurden.
Selbst in scheinbar hoffnungslosen Fällen, ist noch nicht alles verloren: Sogar von Festplatten, die monatelang auf dem Meeresgrund lagen oder teilweise geschmolzen sind, konnte Ibas nach eigenen Angaben noch Informationen retten. «Erst bei einem Feuer über 400 Grad ist Schluss», sagt Fechner.
