Multimedia/Software/Test/ANA/
-- Von Timo Lüge --
München (ddp). Mit einer neuen Software will die britische Firma Autonomy die Suche nach Informationen im Internet erleichtern. «Kenjin» kann die Interessen des Nutzers erlernen und ihm selbstständig Dokumente vorschlagen, die für seine Arbeit wichtig sein könnten. Am Mittwoch, 29. März, wird Kenjin in London der Presse vorgestellt. Die Nachrichtenagentur ddp hatte bereits vorher die Möglichkeit, an einem nicht-öffentlichen Test der Software teilzunehmen.
Das rund 1,4 Megabyte große Programm arbeitet auf zwei Ebenen: Zum einen legt es einen Index der meisten auf dem Computer oder Netzwerk vorhandenen Dateien und E-Mails an. Dabei können bestimmte Laufwerke oder Pfade gesperrt werden. Zum anderen kann Kenjin online eine Datenbank mit Internet-Seiten abfragen. Wenn man an seinem Rechner eine Datei öffnet oder bearbeitet, liest Kenjin mit und sucht gleichzeitig in beiden Indices nach ähnlichen Dokumenten. Wird das Programm fündig, erscheint ein Fenster mit den Vorschlägen.
Aus den vorhandenen Dokumenten heraus zieht Kenjin Rückschlüsse darauf, welche Internetseiten oder Dokumente für den Nutzer interessant sein könnten. Ein Beispiel: Bei einem Programmierer würde das Wort für Pinguin unter Umständen häufig in Zusammenhang mit den Worten Linux, Windows, Unix und Shell vorkommen. Ein Pinguin ist das Maskottchen der Linux-Bewegung. Bei einem Meeresbiologen wären häufig im Zusammenhang auftauchende Worte vielleicht Plankton, Vogel, Fisch und Eis. Entsprechend soll Kenjin einem Meeresbiologen selbstständig Dokumente über den Vogel anbieten und einem Programmierer über Linux.
Die Qualität der Vorschläge war in der frühen Beta-Version sehr durchwachsen. Neben qualitativ sehr guten Ergebnissen, wurden oft auch unbrauchbare Dokumente angezeigt. Allerdings kann der Nutzer einstellen, bei welcher Relevanz Kenjin ein Dokument vorschlagen soll.
Es ist außerdem möglich, Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden. Dazu kann Kenjin mit Erlaubnis der Nutzer die «Fingerabdrücke» der gesammelten Dokumente miteinander vergleichen. Findet das Programm jemanden, der ähnliche Dokumente besitzt, wird dessen Name eingeblendet.
Das Programm soll ab Anfang April unter http://www.kenjin.com im Internet zum kostenlosen Download bereitliegen.
Mehr Informationen:
Allgemeine Informationen zu Kenjin:
http://www.autonomy.com/kenjin/features.html
Hintergrundartikel zu Autonomy:
http://www.wired.com/wired/archive/8.02/autonomy.html
