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Multimedia/Internet/ANA/

Wegweiser durch den Info-Dschungel:
So nutzen Sie Internet-Suchdienste richtig

-- Von Timo Lüge --

München (ddp). Das Informations-Dickicht wächst jeden Tag: Je mehr Zeitungen, Firmen und Privatleute Texte ins Internet stellen, desto schwieriger wird es, die Informationen zu finden, die benötigt werden. Die Wegweiser durch den Info-Dschungel sind die zahlreichen Such-Dienste wie Altavista oder Yahoo. Doch viele Nutzer wissen nicht, dass diese nach vollkommen unterschiedlichen Systemen arbeiten.

Generell werden zwei Arten von Suchdiensten unterschieden:

  1. Kataloge: Ein Internet-Katalog ist ähnlich aufgebaut wie ein gut geführter Bibliotheks-Katalog. Die Internet-Angebote sind darin nach Kategorien sortiert und zu jedem Eintrag wird von einem Archivar eine Kurzbeschreibung verfasst. Das heißt: Egal ob ein Angebot aus einer Seite oder 1.000 Seiten besteht, im Katalog bekommt es nur einen Eintrag. Der Vorteil von Katalogen ist, dass sie nach einem einheitlichen System aufgebaut sind. Der große Nachteil ist, dass es oft sehr lange dauert, bis ein neues Internet-Angebot in den Katalog aufgenommen wird. Bei Yahoo zum Beispiel dauert es nach der Anmeldung bis zu sechs Monaten. Zu den bekanntesten deutschsprachigen Katalogen zählen Yahoo (http://www.yahoo.de), Web.de (http://www.web.de) und Dino-Online (http://www.dino-online.de).

  2. Suchmaschinen: Suchmaschinen benutzen Software, die jeden Link im Internet verfolgen und jedes Wort auf jeder Seite indizieren. In diese Kategorie gehören unter anderem Altavista (http://www.altavista.de), Fireball (http://www.fireball.de) und Hotbot (http://www.hotbot.com). Ein Internet-Angebot mit 1.000 Seiten hätte bei einer Suchmaschine also auch 1.000 Einträge. Der Vorteil von Suchmaschinen ist, dass in ihnen eine Volltext-Suche über einen großen Teil des Internets durchgeführt werden kann und sie relativ aktuell sind. Für den ungeübten Nutzer ist der Nachteil, dass er häufig zu viele Ergebnisse angezeigt bekommt. Während der Katalog Yahoo.de auf den Suchbegriff «Shakespeare» mit 33 Einträgen antwortet, sind es bei Altavista.de über 35.000.

Das heißt: Kataloge sind meist besser geeignet, wenn sehr breite Informationen zu einem Thema gesucht werden. Suchmaschinen eignen sich besser für Detail-Informationen, oder Textpassagen. Wer etwas über Shakespeare wissen will, wird den Lebenslauf des Dichters über Yahoo leicht finden, indem er den Namen eingibt. Sucht man hingegen nach dem genauen Akt, in dem ein spezielles Zitat vorkommt, bringt einen die Suchmaschine schneller ans Ziel.

Die größte Schwachstelle der Suchmaschinen sind allerdings ihre Nutzer. «Das Problem ist, dass die meisten Leute nicht genau wissen, was sie eigentlich wollen», sagt Stefan Karzauninkat, Suchmaschinen-Experte und Betreiber des Internet-Angebots Suchfibel (http://www.suchfibel.de) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. «Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Bibliothek, um eine Information zu finden. Sie gehen zum freundlichen Bibliothekar und sagen 'Spaghetti'. Nur dieses eine Wort. Das Ergebnis wird ein ziemlich verblüffter Bibliothekar sein, aber erst einmal keine Auskunft. Je nach Tageszeit und persönlicher Verfassung wird er Sie zum Italiener an der Ecke schicken oder Ihnen einen Aufsatz über den Nudelimport nach Venezuela anbieten», erläutert Karzauninkat weiter. Entscheidend für den Sucherfolg sei, dass mehrere Begriffe miteinander kombiniert werden. So bringt zum Beispiel eine Internet-Suche nach «Bundeskanzler Gerhard Schröder» bessere Ergebnisse als nach «Schröder». Nach einer Studie des Forschungsinstitutes NEC machen 70 Prozent der Internet-Nutzer den Fehler, nur einen Begriff einzugeben.

til/mfr
230500 Mai 00

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