Von Timo Lüge, dpa
(Mit Bild FRA04) =
München (dpa/lby) - Für Jürgen Göbel ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Bereits seit seinem
zehnten Lebensjahr wollte der 26jährige Friseur einmal in seinem Leben beim Grand Prix Eurovision
de la Chanson mitsingen. Jetzt hat er es wahrscheinlich geschafft. Am 1. März entschieden sich fast
40 Prozent der Teilnehmer am Fernseh-TED für den "Figaro im Technolook" und sein Lied "Blauer
Planet".
Noch muß Göbel, alias "Leon", allerdings ein wenig zittern. Denn die entgültige Entscheidung
darüber, ob er am 18. Mai nach Oslo fahren darf, wird erst am 22. März getroffen. Da der deutsche
Beitrag im vergangenen Jahr das Schlußlicht im Wettbewerb bildete, müssen bei der diesjährigen
Bewerbung erst die Organisatoren des Grand Prix zustimmen. "Da mach ich mir aber keine Sorgen",
sagt Leon zuversichtlich.
Zu abwegig ist für ihn wohl die Vorstellung, daß ausgerechnet er, der seit sechzehn Jahren auf
dieses Ziel hingearbeitet hat, wieder nach Hause geschickt werden könnte. "Damals habe ich,
zusammen mit meiner Mutter, 'Nicole' singen gesehen. Da war ich hin und weg und dachte mir: Da
will ich auch hin." Seitdem hatte er immer wieder Demobänder losgeschickt und an
Talentwettbewerben teilgenommen.
"Wegen der Musik" zog er vor drei Jahren aus Westfalen nach München. Im Februar vergangenen
Jahres kam dann der Anruf von Ex-Schlagersängerin Hanne Haller. "Als sie mir erzählte, daß sie
mich für den Grand Prix will, dachte ich: Wahnsinn." Daß er gut abschneiden wird, ist für den
dunkelhaarigen Wahlmünchner keine Frage, denn mit "Blauer Planet" habe er "mal etwas Neues
gemacht: Neuen Deutschen Dancefloor".
Seit seinem Sieg bei der Vorausscheidung hat sich für den Neuling viel verändert. Tagelang mußte
er Interviews und Autogramme geben, mittlerweile ist seine erste CD auf dem Markt und einen
eigenen Fanclub hat er auch. Anfang April will er seinen Friseur-Beruf an den Nagel hängen um
sich ganz der Musik zu widmen. Möglichkeiten dazu hat er genug. Vor kurzem wurde ihm sogar eine
Rolle angeboten: Als Harry in dem Musical "Harry und Sally".