Lügengeschichten - das Portfolio von Timo Lüge
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DATU: 18Mrz96
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Musik/Grand Prix/KORR/
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(Porträt)
"Figaro im Technolook" als neue deutsche Grand Prix Hoffnung

Von Timo Lüge, dpa
(Mit Bild FRA04) =

München (dpa/lby) - Für Jürgen Göbel ist ein Traum in Erfüllung gegangen: Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr wollte der 26jährige Friseur einmal in seinem Leben beim Grand Prix Eurovision de la Chanson mitsingen. Jetzt hat er es wahrscheinlich geschafft. Am 1. März entschieden sich fast 40 Prozent der Teilnehmer am Fernseh-TED für den "Figaro im Technolook" und sein Lied "Blauer Planet".

Noch muß Göbel, alias "Leon", allerdings ein wenig zittern. Denn die entgültige Entscheidung darüber, ob er am 18. Mai nach Oslo fahren darf, wird erst am 22. März getroffen. Da der deutsche Beitrag im vergangenen Jahr das Schlußlicht im Wettbewerb bildete, müssen bei der diesjährigen Bewerbung erst die Organisatoren des Grand Prix zustimmen. "Da mach ich mir aber keine Sorgen", sagt Leon zuversichtlich.

Zu abwegig ist für ihn wohl die Vorstellung, daß ausgerechnet er, der seit sechzehn Jahren auf dieses Ziel hingearbeitet hat, wieder nach Hause geschickt werden könnte. "Damals habe ich, zusammen mit meiner Mutter, 'Nicole' singen gesehen. Da war ich hin und weg und dachte mir: Da will ich auch hin." Seitdem hatte er immer wieder Demobänder losgeschickt und an Talentwettbewerben teilgenommen.

"Wegen der Musik" zog er vor drei Jahren aus Westfalen nach München. Im Februar vergangenen Jahres kam dann der Anruf von Ex-Schlagersängerin Hanne Haller. "Als sie mir erzählte, daß sie mich für den Grand Prix will, dachte ich: Wahnsinn." Daß er gut abschneiden wird, ist für den dunkelhaarigen Wahlmünchner keine Frage, denn mit "Blauer Planet" habe er "mal etwas Neues gemacht: Neuen Deutschen Dancefloor".

Seit seinem Sieg bei der Vorausscheidung hat sich für den Neuling viel verändert. Tagelang mußte er Interviews und Autogramme geben, mittlerweile ist seine erste CD auf dem Markt und einen eigenen Fanclub hat er auch. Anfang April will er seinen Friseur-Beruf an den Nagel hängen um sich ganz der Musik zu widmen. Möglichkeiten dazu hat er genug. Vor kurzem wurde ihm sogar eine Rolle angeboten: Als Harry in dem Musical "Harry und Sally".

dpa/lby ho hb db
180406 Mrz 96

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